Kita-Eltern fordern bessere frühkindliche Eltern fordern bessere frühkindliche Bildung

Landeselternkongress 29.09.2012 in Braunschweig
Forderung nach verbesserten Rahmenbedingungen in den Kitas

Forderungskatalog_nds_Kita-Elternvertretungen_Schlussfassung

Die niedersächsischen Eltern, vertreten durch die Kreis- und Stadtelternräte, fordern verbesserte Bedingungen für Bildung, Betreuung und Erziehung ihrer Kinder in Kindertageseinrichtungen (Kitas). Wenn jeder einzelne Euro, der in frühkindliche Bildung investiert wird, in der Jugend- und Sozialhilfe vier Euro einspart, so ist es schon allein aus wirtschaftlichen Interessen nicht länger hinnehmbar ist, dass kleinen Kindern Bildung und Chancen durch schlechte Rahmenbedingungen verwehrt werden. Deshalb trafen sich die Elternvertreterinnen und -vertreter auf einem Landeskongress in Braunschweig und erarbeiteten einen Forderungskatalog, der den Landtagsabgeordneten überreicht werden wird:

Zwei Erzieher_innen für bis zu 25 Kinder zwischen drei und sechs Jahren können keine individuelle Förderung aller Kinder leisten. Eine dritte Kraft in jeder Kita-Gruppe stellt für die Eltern das Minimum dar. Und die Eltern fragen sich: Wie sollen zwei Krippen-Fachkräfte 15 Kinder unter drei Jahren täglich ohne Erschöpfung betreuen und erziehen? Auch geht der Ausbau der Krippen für Kinder unter drei Jahren zu langsam voran. Die Elternvertretungen mahnen darüber hinaus eine verbesserte Infrastruktur an. Die zur Zeit festgelegten 2 m² pro Kind inklusive Mobiliar lassen „fast die Hühner lachen“, so eine Stimme auf dem Landeskongress, „denn die bekommen immerhin 900cm² bei einer Kleingruppenhaltung“. Bildung muss – da waren sich alle Vertreterinnen und Vertreter auf dem Landeskongress einig – kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Hierfür müssen hinreichende finanzielle Mittel vom Bund bzw. vom Land bereitgestellt werden. Gute Bildung darf nicht von der finanziellen Situation der jeweiligen Kommune abhängen. Eltern verstehen nicht, warum sie in der einen Kommune Kitagebühren bezahlen müssen, in einer anderen aber nicht. Warum hat Niedersachsen nicht genau wie Rheinland-Pfalz flächendeckend die Kita-Gebühren abgeschafft? Die Hinweise der regierenden Politiker_innen, man müsse auf mehr Steuereinnahmen warten, zeigen, dass der Wille für eine Verteilung zugunsten der jüngsten Generation fehlt. Die Eltern der Kita- und Krippenkinder hoffen, dass anlässlich der Landtagswahl und auch mit Hilfe des Forderungskatalogs neu darüber nachgedacht wird.

Der Beitrag zum Landeselternkongress 29.09.2012
wurde von Gerald Kühn, Karlstraße 76, 38106 Braunschweig
verfasst.